Veranstaltungstermin: Dienstag, 12. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Stefan Schomann (Berlin/Peking)
Grußwort: Dr. Petra Loibl (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene); Volodymyr Leysle (Vorsitzender des Rates der Deutschen der Ukraine)
In Kooperation mit: Rat der Deutschen der Ukraine
Die Geschichte der Przewalskipferde stellt ein Paradebeispiel des Artenschutzes dar. Nur mit knapper Not überlebten diese ursprünglich am Rande der Gobi beheimateten Wildpferde in Gefangenschaft. In seinem Buch „Auf der Suche nach den wilden Pferden“ (2021) folgt Stefan Schomann ihren Spuren quer durch Eurasien, wobei die Ukraine einen der Hauptschauplätze bildet.
Askania Nova war eine Siedlungskolonie, die das Herzogtum Anhalt-Köthen im Hinterland der Krim aufbaute. Von 1828 an machten sich mehrere Trecks zu Fuß auf den Weg dorthin, wo sie auf andere schwarzmeerdeutsche Siedler trafen. Nach dem Krimkrieg wurden Vieh und Liegenschaften schließlich an die Familie Falz-Fein verkauft. Die Familie Falz-Fein entstammte den deutschen Kolonisten in der Ukraine und wurde vom russischen Zaren geadelt. Damals bildete diese Region den letzten Rückzugsraum des Tarpan, des osteuropäischen Wildpferds, das jedoch schließlich ausstarb. Um 1900 führte Friedrich Falz-Fein dort dann die ersten Przewalskipferde ein, damit ihnen ein ähnliches Schicksal erspart bleiben würde. Ein Pionier des Natur- und Artenschutzes, schuf er einen Wildpark inmitten der Steppe, der ökologisch wie auch biotechnologisch wegweisend wurde.
Vor dreißig Jahren konnten die Pferde schließlich wieder in ihrer Heimat ausgewildert werden. Christian Oswald, ein Ebersberger Geschäftsmann, erwarb sich dabei bleibende Verdienste für die Bewahrung der Art, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung aus Askania Nova wie auch aus dem Tierpark Hellabrunn.
