[LiSe 06/26] Rezension: Sprachreise(n)

Volha Hapeyevas Suche nach einem Halt in/an Wörtern

Von Ursula Sautmann

in „wörterbuch einer Nomadin“ nimmt Volha Hapeyeva uns mit auf eine Reise ohne Zielort, Ankunft, Ende. Die belarusische (in ihrer Schreibweise) Autorin hat viele Länder bereist: Kirgisien und Dagestan, Ukraine und Irland, Japan, England und Österreich. Und sie hat sich in viele Sprachen eingearbeitet, versenkt, und dabei Sprachmuster und Wortschöpfungen gefunden, die erstaunen, begeistern und die Fantasie beflügeln. Es sind die ganz „kleinen“ Beobachtungen, die bezaubern. Gleich zu Anfang seziert Volha Hapeyeva das Wort „Nebel“ im Japanischen, im Belarusischen, im Deutschen und stellt fest: „Je weiter man nach Osten kommt, desto nebliger wird es.“ Wir sind angefixt, tauchen mit der Autorin in die Tiefen der Sprachen und suchen Halt. (mehr …)

[LiSe 05/26] Die Geschichten vom Geschichtenerzähler

Die Internationale Jugendbibliothek lädt zu James Krüss’ 100. Geburtstag.

Von Katrin Diehl

Irgendwann zog es ihn in den Süden und dann wurde er für über 15 Jahre (1949 bis 1966) in München heimisch. Hier machte er seinen Weg, wurde als Schriftsteller groß, holte sich Bewunderung auch vom älteren Kollegen Erich Kästner. Am 31. Mai 2026 wäre der Helgoländer James Krüss 100 Jahre alt geworden, und das gilt es zu feiern in der Stadt, in der er Geschichten wie „Mein Urgroßvater und ich“ (1959) oder „Timm Thaler“ (1962) aufs Papier gebracht, den Bayerischen Rundfunk mit wunderbaren Kinderhörspielen versorgt hat und in der er reimte, dass es die reinste Kinderlust war („Henriette Bimmelbahn“, „Der blaue Autobus“, „Der kleine Doppeldecker“ …). Zu etwas Geld gekommen zog Krüss in den 1960er Jahren von Lochham um ins eigene Haus mit Garten nach Gilching. Nach noch mehr Erfolg und Bekanntheit wurde ihm das auf einmal alles zu viel und er, der Inselmensch, machte sich auf nach Gran Canaria, seinem letzten Zuhause. (mehr …)

[LiSe 05/26] Kolumne: Enemies to Lovers

Neulich bekam ich per Post einen gedruckten Mitgliederbrief. Darin die Aufforderung, ich solle doch überlegen, ob ich das Schreiben nicht lieber per E-Mail erhalten möchte, um Ressourcen zu sparen. Ja, natürlich möchte ich sparen helfen. Aber stimmt es überhaupt, dass Digitales einen geringeren CO2-Fußabdruck hat als Gedrucktes? (mehr …)

[LiSe 05/26] Lyrische Kostprobe: Farbenspiel

ecco meineke, seit 1977 ansässig in München, ist seit seiner Schulzeit von der kurzen und prägnanten Form der Lyrik begeistert. Der Sänger, Singer-Songwriter und Kabarettist betreibt seit mehreren Jahren die Kunst-Galerie „GaGalerie“ und kuratierte u. a. zur Eröffnung der Pinakothek der Moderne die „DADA-Wiesn“. (mehr …)