Wortspiele 21 München

Zum einundzwanzigsten Mal findet in diesem Jahr das internationale Literaturfestival WORTSPIELE vom 19. Mai bis zum 21. Mai 2021 (Mi. – Fr.) im Muffatwerk München und zum siebzehnten Mal vom 13. Mai bis zum 14. Mai 2021 in Wien statt.
Insgesamt 30 junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus Deutschland und der Schweiz werden in diesem Jahr ihre neuen Bücher vorstellen. (mehr …)

[LiSe 05/21] Nicht wegschauen!

Literatur als Anstoß – am Beispiel der Fotojournalistin und Autorin Julia Leeb

Von Michael Berwanger

Eine Woge der Nabelschau scheint die deutschsprachige Literatur erfasst zu haben. Zumindest bekommt man diesen Eindruck, wenn man sich die Vielzahl der Coming-of-Age-Geschichten vergegenwärtigt. Spätestens seit Matthias Brandts „Blackbird“ reißt die Flut der Selbstbespiegelungen aus bundesrepublikanischer Kinder- und Jugendzeit nicht mehr ab. Von Frank Gosen bis Alexander Gorkow, von Gerhard Köpf bis Peter Probst – seitenweise Literatur über Belanglosigkeiten, die mit wohlklingenden Worten von langweiliger, westdeutscher Saturiertheit erzählt. Dabei sind diese Romane – natürlich – oft recht hübsch geschrieben. (mehr …)

[LiSe 05/21] Kolumne: Sorry – nicht heulen!

So eine Entschuldigung aus dem Munde der machtbewussten Kanzlerin wirft den von der Seuche geplagten, schwer genervten Literaturfreak nicht gleich aus der Bahn! Er wartet auf ersten oder zweiten Impftermin und greift, so lesen wir, verstärkt zum Haustier. Allein 17,5 Millionen Katzen umschnurren derzeit die Deutschen: weit mehr, als vor der Pandemie. Dazu kommen 10,7 Mio Hunde und ein Heer von Kaninchen und Meerschweinen – zoologische Fachverbände verbürgen sich für diese Zahlen. Lesen und streicheln – keine schlechte Überlebensstrategie. Es braucht aber auch aktuellen, mythischen Stoff! (mehr …)

[LiSe 05/21] Lyrische Kostprobe: Trotz allem

Siegfried Völlger, geboren 1955 im Bayerischen Wald, lebt in Augsburg. Er arbeitete u. a. als Buchhändler.

Einmal soll er gesagt haben: „Die Welt ist ein so sonderbarer Ort – ich beschreibe nur.“ Dieses für ihn vielleicht typische Understatement unterschlägt, welch hohes Erkenntnispotential in einer gelungenen Beschreibung liegt. Zudem versteht es Völlger, immer wieder Fallstricke freundlichen Humors und zarter Ironie auszulegen, damit es nicht allzu unspektakulär aussieht, wenn er mit offenen Armen durch die Welt läuft und geduldig, gelassen, hoffnungsvoll die Menschen und Dinge zu einer höflichen Begegnung aufruft.              RED (mehr …)

[LiSe 05/21] Monacensia-Dossier: Münchnerisch, jüdisch, präsent

Anlässlich des Erinnerungsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ rückt die Monacensia in einem digitalen Dossier „jüdische Schriftstellerinnen in München“ ins Bild

Von Katrin Diehl

Die Sache ist nicht ganz so einfach zu fassen. Aber vielleicht beginnt ja da schon das Umdenken. Warum muss immer alles perfekt portioniert, eingegrenzt und überschaubar sein, damit sich gut damit umgehen lässt? Warum nicht von Anfang an viel mehr Offenheit zulassen, wo Entgrenzungen, unscharfe oder ausfransende Ränder, Übergänge zum Nächsten unserer Lebenswirklichkeit viel näher kommen? Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, das Wissen ist weit verteilt und Fokussierung trotz alledem möglich. (mehr …)

[LiSe 05/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Mai diese Neuerscheinungen:

Julia Deck: Privateigentum
Verlag Klaus Wagenbach

Weil die Balkonpflanzen zu wenig Platz haben, beschließen Charles und Eva eine neue Immobilie zu erwerben in einem ökologischen Neubauviertel in einem Vorort von Paris mit Solarzellen, Biogasanlage, Gemeinschaftskompost und buchsbaum-umgrenztem Garten. (mehr …)

[LiSe 05/21] Kurzgeschichte: Sommerferien

Von Annette Katharina Müller

Irgendetwas schien sich geregt zu haben. Nur was? Ich blinzelte, öffnete die Augen und sah direkt in die grelle Sonne. Langsam setzte ich mich auf. Meine Freundin, die direkt neben mir auf ihrem Handtuch lag, atmete ruhig und gleichmäßig. Aber irgendetwas regte sich noch immer. Es war August und sehr heiß. Ein brütende Hitze, die uns sofort wieder umschlungen hatte, als wir vorhin aus dem Meer kamen. (mehr …)

[LiSe 05/21] Jetzt auch in Hardcover

Das „Literaturportal Bayern“ bietet eine Tour d’Horizon der Bayerischen Literatur. Dieses Mal ganz „analog“.

Von Katrin Diehl

So herum geht es natürlich auch: dass Texte einer digitalen Plattform in einem Buch zusammenfinden. Gefühlt werden sie dadurch sichtbarer, erreichen vielleicht noch einmal ein anderes Publikum. Jedenfalls fährt man auf diese Art und Weise zweigleisig. Veränderungen müssen dabei – von einem zum anderen Medium – in irgendeiner Form vorgenommen werden. Denn selbstverständlich stehen hinter einem Buch eigene Gesetzmäßigkeiten, bestimmt durch die spezifischen Lesegewohnheiten der Rezipienten. Und dann gibt es da auch noch den Kostenfaktor. Eine Textauswahl muss also getroffen werden (weil: digital ist ja sozusagen endlos Platz), Textlängen müssen bestimmt, an einem Layout darf gebastelt werden. Der Band „Das Blaue vom Himmel“ macht was her. (mehr …)