by LiSe | 29. Okt. 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Susanne Röckels neuer Roman „Der Vogelgott“
Von Stefanie Bürgers
Kinder leiden an traumatischen Störungen, sie empfinden Flugzeuge als bedrohlich. Eine Sekte hat Zulauf, die einem grausamen Vogelgott huldigt. Mahner gelten als psychisch krank. Schwarze Vögel sind symbolhaft allgegenwärtig. Die Münchner Schriftstellerin Susanne Röckel schlägt mit ihrem neuen Roman „Der Vogelgott“, der gerade den Tukan-Preis erhalten hat, den Leser in ihren Bann. (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Das Glück in glücklosen Zeiten
Die geheime Liebesgeschichte meiner Eltern
Von Katrina Behrend Lesch
Es liegt immer an der Zeit, die vergehen muss, damit lang gehütete Familiengeheimnisse endlich gelüftet werden können. Dass da etwas ist, über das die Eltern nicht sprechen wollen, ahnen die Kinder, aber sie schweigen ebenfalls. Auch Halldis Engelhardt findet erst nach dem Tod ihrer Mutter den Mut, Nachforschungen zu betreiben. In ihrem Buch „Sieh dich nicht um!“ schreibt sie: „Es war spannend und bedrückend zugleich, denn es ergaben sich immer neue Fragen – Fragen, die nicht nur meine Eltern betrafen, sondern auch mich. Es erschien mir immer sonderbarer, dass ich dieses Spiel meiner Eltern mitgespielt hatte.“ (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Vermeintliches Idyll
Katja Hubers neuer Roman „Unterm Nussbaum“
Von Stefanie Bürgers
Die Großfamilie im weitläufigen Garten an einer langen, schön gedeckten Tafel. Ein vermeintliches Idyll, mit dem Katja Huber in ihrem neuen Roman „Unterm Nussbaum“ die Leser*innen eingangs hinters Licht führt. Anlass für das Familientreffen ist der Siebzigste von Barbara. Sie hat vier Kinder, die nur losen Kontakt pflegen. Die älteste Tochter Mirjam beschließt, den Geburtstag ihrer Mutter mit allen Geschwistern und deren Familien in jenem Haus am Ammersee zu feiern, in dem Barbara aufgewachsen ist. Doch dieses Haus birgt schmerzliche Erinnerungen. Spannungen sind also vorprogrammiert, entladen sich in Dialogen mit Wortwitz und Esprit. (mehr …)
by LiSe | 30. Aug. 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Katharina Adler und ihr Roman „Ida“
Von Ina Kuegler
Hysterische Erkrankungen“ – so formuliert es Sigmund Freud im Jahr 1905 – haben „ihre Ursachen in Intimitäten des psychosexuellen Lebens der Kranken.“ Eine dieser Kranken, die bei Freud in Behandlung war, ist weltberühmt geworden: Es war „Dora“ – ein 18jähriges Mädchen, das eigentlich Ida Bauer hieß. Ihr beziehungsweise ihrer Urgroßmutter hat die junge Münchner Schriftstellerin Katharina Adler den Roman „Ida“ gewidmet. Der Roman, ein Stück Zeitgeschichte zwischen 1890 und 1945, macht nachvollziehbar, warum Ida bzw. Dora die Behandlung bei Freud nach drei Monaten abbrach: Ida rebellierte gegen ihre Rolle auf Sigmund Freuds Couch. (mehr …)
by LiSe | 30. Aug. 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Fünf Jahre Lyrik-Magazin „Signaturen“
Von Hans-Karl Fischer
Was ist der Unterschied zwischen einem Internet-Magazin und einer herkömmlichen Literaturzeitschrift wie „Akzente“? Wenn man das Lyrik-Magazin „Signaturen“ im Internet öffnet, so stößt der Leser auf ein „Gedicht der Woche“ und auf Rezensionen über gerade erschienene Gedichtbände. Es ist der Eindruck von größtmöglicher Aktualität, der überrascht; auf eine solche Fülle haben Anhänger von Lyrik schon lange gewartet. Das meiste, was in „Signaturen“ steht, ist jedoch ein beständig wachsendes Archiv, das aus den früheren Texten der wöchentlichen Ausgaben besteht. Das muss nicht von Nachteil sein: ich hole mir keinen Sonnenbrand an der puren Gegenwart, sondern komme darüber hinaus zu einer bestimmten Kenntnis der im Schatten liegenden modernen Lyrik. (mehr …)
by LiSe | 28. Juni 2018 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Hans Boeters Erstlingswerk über Erich Maria Remarque
Von Stefanie Bürgers
Mit Frauen? Mit Frauen tat ich mir immer leicht!“ – so Remarque noch als 50jähriger. Hans Boeters Erstlingswerk „Krieg und Liebe, Erich Maria Remarque und die Frauen“ zeichnet ein anderes Bild. Als lästiges Anhängsel der Mutter erlebt Remark die Kindheit. Die Liebe der Mutter ist verbraucht vom todkranken älteren Bruder und der nachgeborenen Schwester. Im Ersten Weltkrieg knapp dem Tod entkommen, erfindet er sich neu. Erich Paul Remark heißt fortan Erich Maria Remarque. Sein Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ führt im Nationalsozialismus zur Ausbürgerung, zum Verlust der Heimat. (mehr …)