by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Titelgeschichte
„Simone de Beauvoir & Das andere Geschlecht“, eine Ausstellung im Literaturhaus München
Von Katrin Diehl
Was jedenfalls keine vergessen sollte, ist, noch einmal einen Blick zurückzutun. Wenn die Besucherin also den Raum in seiner gesamten Länge durchschritten hat, wenn sie dort vor der Wand mit der durch ein paar feine Längen- und Breitengrade angedeuteten Weltkarte steht, dann kann sie sich erst einmal ein bisschen wundern. Da sind ein paar Erstveröffentlichungen der Übersetzungen von Simone de Beauvoirs feministischem Meilensteinwerk „Le deuxième sexe“, das 1949 in Paris erschienen ist, angebracht. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Kolumne
Das könnte den vitalen Redefluss natürlich etwas stören. Weil meistens sind sie ja so richtig in Fahrt, wenn sie irgendwo in ihrem engagierten kleinen oder größeren, privaten oder öffentlichen Vortrag diese „air quotes“ einbauen, diese aktiv agierenden Fingerhasenohren. Da werden also flugs Zeige- und Mittelfinger beider Hände nach oben ausgestreckt (den Daumen nach innen anlegen, sonst wird’s zum Schwur), um sie dann ein wenig neckisch, gleichzeitig und vor allem ziemlich schnell zweimal bis zum zweiten oberen Fingerglied abzuknicken. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Lyrische Kostprobe
Wie stricken, wenn es friert
Katharina Kohm ist Jahrgang 1985, studierte zunächst Biologie, wechselte dann zu Germanistik, Kunstgeschichte und Psychologie in Heidelberg.
Gedichte sind für sie Realien, mit Bildender Kunst und Architektur besser zu assoziieren als mit linearer Sprache, die uns als Kommunikationsmittel dient, mit der wir uns aber so oft nicht verstehen. Sprachkunst zu bilden ist für Kohm ständiges Probieren, ein organischer Prozess wie Textilien weben oder Pullover stricken, wenn es friert. So haftet jedem Text etwas Körperliches an – ausgerichtet auf einen Dialog, auf Austausch –, der erst beim Lesen und Erspüren zu leben anfängt. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Vermischtes
Von Marie Türcke
Wenn man außerhalb Münchens fragt, was München ausmacht, ist die überwiegende Antwort auf die eine oder andere Art Geld. Schickeria, teure Wohnungen … Fragt man aber Moritz Hürtgen, wieso er nach seiner Tätigkeit als Chefredakteur der Titanic wieder nach München gekommen ist und was München literarisch für ihn bedeutet, bekommt man ein bisschen mehr. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Februar diese Neuerscheinungen:
Behzad Karim Khani: Hund Wolf Schakal
Hanser Verlag
Zwei Brüder fliehen mit ihrem Vater während des Irak-Krieges aus dem Iran nach Deutschland. Der Vater ist ein gebrochener, beschädigter Mann. Er landet mit seinen Söhnen im arabisch dominierten Bezirk Berlin-Neukölln, wo sie sich doppelt fremd fühlen. Saam, der ältere Bruder, versucht die Rolle des Familien-Oberhauptes zu übernehmen und seinen jüngeren Bruder Nima zu beschützen. Dabei gerät er in den Sog der Straßen-Gangs und rutscht immer weiter ab. Der Roman erzählt in melancholischer Sprache von den beiden Jungen, die mit Mut und
Leidenschaft versuchen, ihren Weg zu finden. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Kurzgeschichte
Von Ray Mohra
Um ins Laternchen zu gelangen, musste man nicht nur die massive Außentür aufziehen, sondern auch einen dicken, braunen und im Halbrund aufgehängten Vorhang zur Seite schieben, der wohl verhindern sollte, dass frische Luft von draußen hineingelangen konnte. Wer als Fremder zum ersten Mal das Laternchen betrat, hatte sich auf eine gewaltige Überdosis 1. FC Köln gefasst zu machen. Die Kneipe war voll mit Devotionalien des Vereins. Mannschaftsfotos von den Anfangszeiten der frühen 50er Jahre bis zur aktuellen Saison 1984 hingen beinahe überall. Über dem Tresen waren mehrere Vereinswimpel befestigt und ein Geißbock mit einer Decke auf dem Rücken, auf der Hennes stand, war der Blickfang im Thekenbereich. Die Luft hier drinnen hatte schon etwas Körperliches, es roch nach Zigaretten und Bier und der Lärmpegel der Kneipengäste wurde nur durch die Rock-Ola Musikbox übertroffen, die ihre rund siebzig Schlagertitel in unermüdlicher Rotation rauf- und runterspielte. Nicht nur musikalisch schien im Laternchen die Zeit vor vielen Jahren stehengeblieben zu sein. (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Florian Göttlers Roman über Dachau während der NS-Zeit
Von Michael Berwanger
Dachau zwischen 1933 und 45? Automatisch denkt man, dazu sei doch schon alles geschrieben worden. Bei genauerer Betrachtung drehen sich die meisten historischen Werke zu Dachau während der NS-Zeit aber um das Konzentrationslager, das im März 1933 bei Dachau auf dem Gelände der ehemaligen „Königlichen Pulver- und Munitionsfabrik“ in Betrieb genommen worden ist. So schreibt Stanislav Zámečník in seinem Standardwerk „Das war Dachau“ über die Greuel im KZ und Sybille Steinbacher in „Dachau – Die Stadt und das Konzentrationslager in der NS-Zeit“ über das Verhältnis des Marktes Dachau zu jenem Lager, das die Münchner NS-Größen Himmler und Wagner den Dachauer*innen aufgenötigt hatten (was durchwegs auf die Zustimmung und das Wohlwollen des Gemeinderates und der Kaufleute traf). (mehr …)
by LiSe | 28. Jan. 2023 | Blog, Vermischtes
Die Stadt München vergibt 2023 zehn Literaturstipendien: Neben Arbeitsstipendien für Münchner Autor*innen, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben, und Literaturstipendien für den literarischen Nachwuchs, werden auch zwei Stipendien für Übersetzer*innen vergeben für herausragende Leistungen in der Übertragung besonders anspruchsvoller Texte ins Deutsche. (mehr …)