by LiSe | 13. Juli 2021 | Blog, Vermischtes
Auszeichnung für die Lyrik-Kabinett-Gründerin Ursula Haeusgen – Freistaat fördert Bibliothek des Lyrik-Kabinetts erstmalig mit 40.000 Euro
MÜNCHEN. Die Liebe zur Lyrik war ihr Lebensinhalt: Die Gründerin des Lyrik Kabinetts und frühere Poesie-Mäzenin Ursula Haeusgen ist knapp sechs Monate nach ihrem Tod von Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler mit der Auszeichnung „PRO MERITIS SCIENTIAE ET LITTERARUM“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst geehrt worden. „Menschen wie Ursula Haeusgen sind beispielgebend dafür, was privates Engagement für Kunst bewirken kann. Auf Persönlichkeiten wie sie ist unser Kunst- und Kulturleben, ist unsere Gesellschaft angewiesen“, betonte Sibler, der die Auszeichnung am frühen Montagabend in München stellvertretend an den Geschäftsführer der Stiftung Lyrik Kabinett Dr. Holger Pils überreichte. (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Titelgeschichte
Die Literatur als Seismograf kommender politischer Unruhen – Jürgen Wertheimer und sein „Projekt Cassandra“
Von Michael Berwanger
In den letzten Monaten konnte man erleben, welchen Stellenwert die Kultur auf den politischen Entscheidungsebenen hat: Theater werden in einem Atemzug genannt mit Spaßbädern und Bordellen. Die Literatur wird nicht viel besser bedacht. Lesen gilt landläufig als Zeitvertreib für den Sommerurlaub am Strand oder für lange Abende auf der Couch bei Kaminfeuer. Selbst innerhalb des Literaturbetriebs kämen nur wenige auf die Idee, Romane als Fingerzeig auf zukünftige politische Veränderungen zu sehen – ja sogar als Instrument für Vorhersagen, die sich wissenschaftlich verwerten ließen. (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Kolumne
Die Abiturprüfungen sind längst gelaufen, es gab den üblichen Corona-Ärger. Mathe, wieder viel zu schwer; Rechtsanwalt, sofort nachhaken! Die geplagten Eltern können sich kaum entspannen. Mancher Vater ging vor dem Abi auf 1,5 Meter Abstand zu sich selbst, um sich überhaupt im Spiegel zu erkennen. Dieses ständige Fiebern zwischen Wechsel-, Präsenz- und Distanzunterricht! Jetzt sucht er sich einen schönen Platz an der Isar, Tuch an Tuch, neben einer fremden Blonden, Typ Judith Rakers zum Beispiel, von der Tagesschau. Etwas Ablenkung nach dem Abistress. (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Lyrische Kostprobe
Andrzej Kopacki, geboren 1959, ist Essayist, Lyriker, Übersetzer sowie Dozent an der Warschauer Universität und bei der Literaturzeitschrift Literatura na Świecie. In einem Ton und Rhythmus, der streng und spielerisch zugleich ist, wendet sich der Warschauer Dichter in der Sammlung „Gedichte für Marianna“ an ein Kind und an die Welt, an Königinnen und Liebhaber, an Hunde und Obstfliegen und Kellnerinnen im Hafen. Seine Form: Sonett und freier Reim …, und wissen Sie noch, was eine asklepiadeische Ode vom Dichter verlangt? (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Vermischtes
Auf der Bühne wird gesprochen, darüber schwebt Text
Von Katrin Diehl
Übertiteln“! Wie schön einem dieses Wort gegen den Strich geht. Wie einfach es sich zusammensetzt, ganz entlang einer Tätigkeit, die wenig Aufhebens von sich macht. Yvonne Griesel ist professionelle Übertitlerin, übertitelt schon eine ganze Weile, ohne dass ihr dabei die Faszination für das, was da eigentlich zwischen Sender und Empfänger mit Sprache so geschieht, abhanden gekommen wäre. (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Kurzgeschichte
Von Isa Bellini
Als Dominique – wie er es an jedem Abend nach der Arbeit tat – den Hügel hinab ging, erschrak er nicht nur deshalb, weil der wochenlange Regen seinen Trampelpfad einfach weggewaschen hatte und er ins Rutschen kam, nein auch, weil ihm plötzlich ein gläserner Aufzug im Wege stand, mitten im Dickicht des Isar-Wäldchens.
Der Regen lief ihm ins Genick. „Nichts wie rein“ dachte er. Falsch gedacht – die Kabine war voll, total voll, voll mit weißem Pferd und noch schlimmer. Die dampfenden Pferdeäpfel vernebelten die Glaswände und stanken ihn aus der offenen Türe an. (mehr …)
by LiSe | 1. Juli 2021 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Zwischen Ural und Kamtschatka
Von Katrina Behrend Lesch
Kälte, Straflager, Verbannung,– das verbindet man gemeinhin mit Sibirien, aber sicher nicht Klaviere. Die britische Journalistin Sophy Roberts belehrt uns eines Besseren. Beseelt von dem Gedanken, für die mongolische Pianistin Ogderel Sampilnorow einen Konzertflügel aufzuspüren, begibt sie sich zwischen Ural und Kamtschatka auf die Suche nach Sibiriens vergessenen Klavieren. So erfährt man, dass selbst in die entlegensten Orte dieses Riesenreichs, gefördert sowohl von Katharina der Großen als auch Lenin, die kulturelle Bildung vorgedrungen war und dass mit den Geschichten der Bechsteins, Broadwoods, Erards oder Stürzwages, die Roberts aufstöbert, die Geschichte Russlands eng verbunden ist. (mehr …)
by LiSe | 31. Mai 2021 | Blog, Titelgeschichte
Zur Frage: Wer darf welche*n Autor*in übersetzen?
Von Ursula Sautmann
Als Amanda Gorman bei der Inauguration des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden ihr Gedicht „The Hill We Climb“ vortrug, hat sie sich an die Welt gewandt. Nicht überall wird der Text verstanden, er muss übersetzt werden. Es braucht also Übersetzer*innen, um dem Text Geltung zu verschaffen. Meist entscheiden die Verlage in Absprache mit dem*r Autor*in über die Auftragsvergabe, sagt Tanja Handels, die seit 2003 literarische Texte aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, u.a. von Zadie Smith und Bernardine Evaristo. Übersetzer*innen bewerben sich oder werden empfohlen. Für das Gedicht von Amanda Gorman hatte ein niederländischer Verlag Marieke Lucas Rijneveld den Auftrag erteilt. Rijneveld ist eine junge weiße, non-binäre Lyrikerin. Sie gab den Auftrag zurück, als kritisiert wurde, dass keine Schwarze Übersetzerin gewählt wurde. „Ist es nicht mindestens eine verpasste Chance…?“, fragte die Journalistin Janice Deul in einer niederländischen Tageszeitung. (mehr …)