Das Lenbachhaus lädt ein zu einem Nachmittag und Abend mit LJ Jeschke, Lyriker*in und Übersetzer*in, wohnhaft in München. Anlass ist die Buchpremiere von deren neuem Lyrikband „1e*r schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte“ 2026 erschienen im Verlagskollektiv hochroth München.
Dabei geht es um ein Kontinuum der Arbeit mit Sprache, sei es LJ Jeschkes “eigene” Sprache in Form von deren Lyrik, oder die Sprache “anderer”, die sich in Übersetzungen mit der eigenen verbindet.
Drei aufeinanderfolgende Formate beschäftigen sich mit LJ Jeschkes Übersetzungen von Shola von Reinholds queerem, trans-ästhetischem Roman “LOTE” (2024) und Dagmar Herzogs theoretischem Langessay “Der neue faschistische Körper” (2025) sowie mit LJ Jeschkes neuem Gedichtband.
Inwiefern das Eigene und das Uneigene sinnvolle Kategorien sind, steht ebenso zur Überlegung wie die Frage, wie sich ein anderes Leben vorstellen und sagen ließe. Zudem öffnen sich in allen drei Texten Fragen zum umstrittenen Körper und seiner Fassung in Sprache.
Programm:
16.30 Uhr
Lesekreis zu „LOTE“ von Shola von Reinhold
In der deutschen Ausgabe, übersetzt von LJ Jeschke.
Es sind keine Vorkenntnisse des Textes nötig. Wir lesen gemeinsam einen Auszug.
„Mathilda Adamarola, die Protagonistin von LOTE, macht sich auf die Suche nach vergessenen und verdrängten künstlerischen und literarischen Figuren aus der Vergangenheit, die sie „Transzinationen“ nennt. Zu diesen „Transzinationen“ zählen reale und fiktive Figuren aus dem frühen 20. Jahrhundert.“
Von Merve Verlag
18 Uhr
Samo Tomšič bespricht die Übersetzung von Dagmar Herzogs “Der neue faschistische Körper”
Samo Tomšič (Berlin) forscht und publiziert zur Geschichte und Theorie der Psychoanalyse, zur Politischen Ökonomie und Politischen Ästhetik sowie zur Philosophie der Sprache. Er spricht über Dagmar Herzogs “Der neue faschistische Körper” und die Politik des Übersetzens.
Erschienen 2025 bei Wirklichkeit Books
19 Uhr
LJ Jeschke liest aus “1e*r schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte”
“”1e*r schreibt sich in den Abgrund. Sammlung der Gedichte“ ist ein Dokument des halben Jahrzehnts 2020–2025. Die Texte beschäftigen sich mit Arbeit und Freizeit und den Grenzen der Mittagspause, mit der Innerlichkeit des “German genders” und der Möglichkeit von “transition”. Vorerst gilt: Wer nicht passt, wird von den Agenten und Agentinnen der FDP heimgesucht. Kein Wunder, dass immer wieder die Rede ist von Trauer und Düsternis. Und doch bestehen die Gedichte darauf, dass über Vergangenes und Zukunft – fragmentarisch – gesprochen werden kann. Gedichte zum Sammeln und Versammeln, Gedicht-Notizen, die erweitert werden können um eigene.“
Von hochroth Verlag
LJ Jeschke, 1985 in München geboren, lebte längere Zeit in Großbritannien, wo dey in der selbstorganisierten Lyrikszene aktiv war. Seit 2016 wieder in München, veröffentlicht dey Lyrik, ist freie*r Übersetzer*in und Lektor*in. Deren Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Lyrik-Empfehlungen, Deutscher Übersetzerfonds). Als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Lyrik Kabinett kuratierte dey die Münchner Schiene des Literaturfests 2025.
“Das muss man erst mal können. LJ Jeschke kann.” (Christian Metz, Deutschlandfunk)
Sonstiges:
Kostenlos.
Freie Platzwahl auf den Stühlen (limitierte Anzahl) des Gartens oder auf dem Rasen. Bei schlechtem Wetter in der Laterne, den Vermittlungsräumen des Lenbachhauses, und dem Foyer.
Es ist keine Anmeldung erforderlich.
