[LiSe 12/25] Kurzgeschichte: Das Puppenhaus

Von Ulrich Braun

Die Frau in der Haustür ist ihm unbekannt. Umso erstaunlicher ist, dass sie ihn umarmt und mit „Willkommen zuhause“ begrüßt. Sein grauhaariger Begleiter, der ihn aus dem Pflegeheim abgeholt und sich im Laufe der Autofahrt als sein Sohn Christoph entpuppt hat, stellt die Dame als seine Frau Monika vor. (mehr …)

[LiSe 12/25] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Dezember diese Neuerscheinungen:

Katie Yee: Maggie
park x ullstein

Mit ihrem Mann Sam und ihren zwei Kindern führt die Hauptfigur ein glückliches Leben in Brooklyn – bis Sam  ihr eines Abends in einem Restaurant eröffnet, dass er eine Affäre mit einer Frau namens Maggie hat. In den darauffolgenden Tagen spürt sie immer wieder ein Stechen in ihrer Brust, und die Diagnose bringt Gewissheit: Es ist nicht nur der Liebeskummer, sondern ein Tumor. Während sie durch Strahlentherapie und Scheidungsformalitäten navigiert und irgendwie versucht, mit alldem klarzukommen, beginnt sie, mit ihrem Tumor zu sprechen. Kurz entschlossen gibt sie ihm einen Namen: Maggie. Mit Feingefühl und Komik erzählt Katie Yee, wie man sich sein Leben zurückerobert. (mehr …)

[LiSe 12/25] Empfehlungen der Redaktion

Wie immer zur Weihnachtszeit empfehlen Redaktionsmitglieder der „LiteraturSeiten München“ ihre Lieblingsbücher des Jahres.

Zwischen Ost und West
„Eldest Immigrant Daughter“: Was nach einem stolzen Titel klingt, ist für die Erzählerin Didi eine Bürde. Die älteste Tochter in einer Anfang der 1990er Jahre aus dem slowakischen Bratislava nach Wien ausgewanderten Familie zu sein, heißt vor allem, eine dauerhafte Mehrfachbelastung zu stemmen. Von klein auf jongliert Didi mit mehreren Rollen und Funktionen – der glänzenden Einser-Schülerin und Nachhilfelehrerin für ihren jüngeren Bruder, der Kulturvermittlerin und Dolmetscherin, die die Eltern bei den Behördengängen und Bewerbungsgesprächen begleitet. Niemals darf sie versagen, nie darf sie auffallen – und immer muss sie besser sein als die anderen. Dieser immense Erwartungsdruck entfernt sie zunehmend von ihrem Vater. Mehr als zehn Jahre lang haben sie keinen Kontakt mehr – bis Didi von ihm einen Anruf aus dem Krankenhaus erhält. Kann sich die Tochter dem Vater und seinem „Ostblockherz“ wieder nähern? Finden sie zu einer Sprache der Geborgenheit zurück? Der schmale Roman mit autobiografischen Zügen erzählt schnörkellos und überzeugend von Migration, Identität und Zugehörigkeit.
Slávka Rude-Porubská (mehr …)

[LiSe 12/25] In eigener Sache: Zum Gedenken

Wir trauern um unsere Kollegin und Freundin Inge Pröll, die am 4. November für immer von uns gegangen ist. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin, Journalistin und ehemalige „natur“-Redakteurin hatte sich 2021 auf eine Anzeige hin bei uns gemeldet. Ihre frische, zupackend-fröhliche Art und ihr profundes Wissen waren für uns bis zuletzt eine große Bereicherung. Wir möchten Inge auf diesem Weg einen letzten Dank für ihre stete Unterstützung zusenden. Wir werden sie vermissen!

Die Redaktion „LiteraturSeiten München“

Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey für ihr Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet

Der Literaturwissenschaftlerin Carolin Amlinger und dem Soziologen Oliver Nachtwey wurde heute in München vor rund 600 geladenen Gästen der Geschwister-Scholl-Preis verliehen. Sie erhalten den Preis für ihr Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ (Suhrkamp). Die Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und der Landeshauptstadt München ist mit 10.000 Euro dotiert. Bei dem feierlichen Festakt in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität sprachen als Vertreter der Stifter des Preises Oberbürgermeister Dieter Reiter und Klaus Füreder, Vorsitzender des Börsenvereins in Bayern. Prof. Dr. Matthias Tschöp, Präsident der Ludwig-Maximilians-Universität, begrüßte als Hausherr. Die Laudatio hielt Thomas Krüger, der bis 2025 Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung war. (mehr …)

Lyrikpreis München 2027 zum Thema „Dürers Melencolia I und die Gravur der Gegenwart“

Ausschreibung hat begonnen – Einsendeschluss ist der 3. Januar 2027

Das Bewerbungsverfahren für den Lyrikpreis München 2027 ist eröffnet: Ab sofort können sich Autorinnen und Autoren mit ihren Beiträgen um den renommierten Preis, der seit 2010 vergeben wird, bewerben. Das Wettbewerbsthema lautet diesmal „Dürers Melencolia I und die Gravur der Gegenwart“. (mehr …)