by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Titelgeschichte
München feiert 50 Jahre Olympiade und sich selbst, stolz auf die demonstrative Weltoffenheit und die farbenfrohen Spiele. Dabei stellt sich durchaus die Frage, was es da überhaupt zu feiern gibt. Der palästinensische Anschlag mit am Ende elf toten israelischen Athleten und einem toten bayerischen Polizisten zerstörte jede Illusion und begrub den Wunsch auf Verdrängung. Dazu kamen dann noch ein paar weiter dunkle Flecken.
Von Michael Berwanger
Es ist wenig erstaunlich, dass man zu diesem Jubiläum fast überall in München über die „Spiele 72“ stolpert. Ausstellungen finden sich – unter anderem – in der Staatsbibliothek, im Olympiapark, in der Pinakothek der Moderne, im Kunstareal und im Münchner Stadtmuseum, die gleich zwei Ausstellungskonzepte anbieten – innerhalb des Hauses und außerhalb, in Form einer „Spurensuche“. (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Kolumne
Träume nerven. Also, Träume in der Literatur. Zumal die Zeit für Traumpassagen biblischen Ausmaßes vorüber ist. Die waren ja damals geradezu existenziell und richtungsweisend für alles, was da noch kommen sollte. Man denke nur an den Träumer Josef und die sich verbeugenden Garben, aber auch der Pharao träumte ja recht vielsagend von den sieben fetten Kühen, die aus dem Nil gestiegen kamen, und dann kamen noch die sieben mageren, und die mageren haben die fetten gefressen, ohne dabei – und das hat Bedeutung – selbst ein Gramm Fett zuzulegen … Pah! Auch Jakobs Traum von der Leiter, Engel rauf, Engel runter und das immer wieder, ist nicht ohne. Abgesehen davon, dass diese Träume die Zukunft vorausgesagt und also dafür gesorgt haben, dass man sich zum Beispiel auf eine Hungerkatastrophe vorbereiten konnte, haben sie Menschen wie Josef, Jakob … wirklich groß rausgebracht. (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Lyrische Kostprobe
Franz J. Herrmann, der über zehn Jahre das Literaturblatt der Stadt München als Redakteur betreute – es handelt sich hier um den Vorläufer der Literaturseiten -, legt mit den Adamsmasken bereits seinen fünften Gedichtband vor, den er als Corana-Konzept-Album zu lesen empfiehlt. Sein Kinderbuch „Caspar, Melchior & Balthasar fliegen ins Morgenland“ stand auf der Short List des Rattenfänger-Literaturpreises der Stadt Hameln. In der Kurzbiographie seiner Adamsmasken wird darauf verwiesen, dass er noch zahlreiche Manuskripte in Petto habe, die auf mutige Verlage setzten. So man ihn fragen würde, warum er schreibe – tja, wer frägt eigentlich einen Fliesenleger danach, warum er Fliesen lege und keine Fliegen fange? (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Vermischtes
Ines Frieda Försterling über die Kraft der Gedichte
Von Marie Türcke
Freitag, 36 Grad in Wien, die Hitze steigt zu Kopf.
Die Umstände ihres ersten Gedichts erinnert Ines Frieda Försterling gut: „Als Jugendliche habe ich das Gewicht der Welt plötzlich sehr stark gespürt. Aus der Schule kannte ich Gedichte und an einem Nachmittag als mich alles überfordert hat, dachte ich, ich versuche mal meine Gefühle aufs Papier zu bringen. Danach habe ich mich gleich leichter gefühlt. So entstand mit 13 mein erstes Gedicht und seitdem habe ich nicht mehr aufgehört zu schreiben.“ (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Kurzgeschichte
Am folgenden Sonntag fahren wir zum Eichendorffplatz, weil wir uns jetzt von Namen leiten lassen oder auch die Namen beim Wort nehmen wollen. Wir steigen am Partnachplatz aus. Ich mag das Design dieser Stationen, das den achtziger Jahren entstammt: die changierenden Farben von Cremefarben bis Grün, die sanften Abrundungen, die langen, am Ende leicht gewundenen Linien aus Neonröhren, alles ist gleitende Bewegung hier, unhörbares Fließen, ein Bezugssystem, das sich richtiggehend erfüllt, wenn die U-Bahn mit ihren blauen Sitzen in die Station einfährt. (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat September diese Neuerscheinungen:
Lieke Marsman: Das Gegenteil eines Menschen
Klett-Cotta
Ida, eine junge Klimawissenschaftlerin aus Amsterdam, malt sich als Kind häufig aus, eine Gurke zu sein − ihr Lieblingsgemüse, das zwar wächst, aber nicht fühlt. Jahre später stellt sie ihr biologisches Geschlecht in Frage und hinterfragt eindringlich das gegenwärtige Verhältnis von Mensch und Natur. Ida verlässt Amsterdam für ein Forschungsprojekt in den norditalienischen Alpen. Doch der Preis für die neue Erfahrung ist hoch, denn sie lässt ihre Freundin Robin in Amsterdam zurück, was die Liebe der beiden Frauen auf eine harte Probe stellt. Ein hochaktuelles Thema und berührender Liebesroman zugleich. (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Marian Offman schreibt ein lesenswertes Buch, das mit einer Antwort auf diese Frage noch wartet.
Von Katrin Diehl
Autofiktionale Texte treiben mit uns ein unruhiges Spiel. Immer doch ein wenig voyeuristisch, verlässt uns beim Lesen die Frage kaum, was da jetzt „stimmt“ und was nicht. Autofiktionales Schreiben ist gerade ziemlich angesagt, obwohl – und das erklären uns Autor*innen schon lange – eigentlich jeder Text seine fiktionale wie autobiografische Komponente hat. Mal mehr vom einen, mal mehr vom anderen. In Marian Offmans „Mandelbaum“-Buch dominiert eindeutig das Autobiografische als Inhaltsgeber. Und das ist ziemlich aufregend, auch weil es diesen oder jenen aus der Münchner Gesellschaft, erkennt der sich wieder, ziemlich aufregen könnte. (mehr …)
by LiSe | 21. Juli 2022 | Blog, Vermischtes
Das internationale literaturfestival berlin [ilb] ruft in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse und dem PEN Zentrum Deutschland Kinos, Schulen, Universitäten, Medien, Kultureinrichtungen und Einzelpersonen auf, sich am 7. September 2022 an einer weltweiten Lesung ukrainischer Literatur zu beteiligen. (mehr …)