Veranstaltungstermin: Donnerstag, 22. Januar 2026, 19.00 Uhr
Referenten: Prof. Dr. Andrii Portnov, Dr. Katharina Biegger (beide Frankfurt an der Oder)
Moderation: Dr. Enikő Dácz (München)
Ort: Historisches Kolleg, Kaulbachstraße 15, 80539 München
Anmeldung erforderlich: per E-Mail unter veranstaltung(at)historischeskolleg.de
In Kooperation mit: Historisches Kolleg, Deutsches Kulturforum östliches Europa, IKGS
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in der Ukraine eine literarische Epoche der Neoklassiker, zu der auch der Deutsch-Ukrainer Oswald Burghardt (Jurij Klen) gehörte. Gemeinsam mit anderen Dichtern wie Maksym Ryl‘s’kj und Mykola Zerov prägte er diese kurze Renaissance der ukrainischen Literatur in der frühen sowjetischen Nationalitätenpolitik. Ende der 1920er Jahre endete die Förderung multinationaler Sowjetliteraturen abrupt, und die ukrainische Kultur wurde Ziel staatlicher Repression. Viele Autoren, darunter auch die Neoklassiker, fielen Stalins Terror zum Opfer. Burghardt wollte 1947 in Deutschland seinen Weggefährten ein Denkmal setzen, was nicht gelang. Die Erstausgabe seiner geplanten Anthologie wurde dank Nataliia Kotenko-Vusatiuk und Andrii Portnov aus seinem Nachlass realisiert, ergänzt durch ein literarisches Portrait von Dmytro Čyževs’kyj.