[LiSe 12/22] Jung und schreibend (Folge 14): Mindestens drei Ichs

Der Lyriker Tristan Marquardt

Von Katrin Diehl

Die Bereiche zu trennen, ist eine Möglichkeit und hat etwas mit Klarheiten und Konzentration zu tun. Sie nicht zu trennen, ist ebenfalls eine Möglichkeit, und zwar vor allem dann, wenn sich alles ganz einfach fügt, eins ins andere greift, sich eines aus dem anderen ergibt, wenn sich Bühnen für Mehrfachkompetenzen öffnen und die Durchlässigkeit zwischen den Kosmen nächste Verse zur Folge haben, kurz: Wenn die Zeit reif ist. „ez ist nu tac, es ist jetzt tags, / daz ich wol mac mit wahrheit jehen, / dass ich wohl mit sicherheit sagen kann, / ich will nicht langer sîn, / ich will nicht langer bleiben. // es ist jetzt“. (mehr …)

[LiSe 11/22] Jung und schreibend (Folge 13): Eine Liebe, die verstört

Natascha Berglehner über missbräuchliche Beziehungen

Von Ursula Sautmann

„In Gedanken setzte ich ihn an den Badewannenrad. … Ich küsste ihm die Wange. Er reagierte nicht. Denn er sah mich nicht. Ich verschwand.“ Wenn Adèle, die Ich-Erzählerin aus „Im Zimmer ist Winter“ von Natascha Berglehner, dem Schwimmlehrer neun Jahre nach einer intensiven Beziehung durch die Straßen der Stadt folgt, sucht sie verzweifelt nach Halt, Inhalt, Sinn. „Je länger ich den Schwimmlehrer beobachtete, ihm folgte, desto mehr verschwand ich, um seinem Leben Platz zu machen. Zumindest blieb ich meinem Leben fern …. Und ich füllte mit seinem Leben meine Leere, statt Mutters Puppen zu streicheln … Die Gefühle der Vergangenheit, sie durften nicht vergangen sein.“ (mehr …)

Monacensia erwirbt das Blumenbar-Verlagsarchiv

Die Monacensia im Hildebrandhaus erwirbt das umfangreiche Blumenbar-Verlagsarchiv. Dieses war ab Ende der 90er Jahre stilbildend für die junge literarische Szene. 25 Jahre später übergeben nun die Verlagsgründer Wolf Farkas und Lars Birken-Bertsch dem literarischen Gedächtnis der Stadt München das umfangreiche Verlagsarchiv aus den Jahren 1997 bis 2012. (mehr …)

Die Tolstoi-Bibliothek ist umgezogen

Die Tolstoi-Bibliothek und die Sozialberatung des Tolstoi Hilfs-und Kulturwerks e.V. mussten nach fast 60 Jahren in der Thierschstraße am Isartorplatz eine neue Heimat finden. Nach langwieriger Suche bezogen Bibliothek und Sozialberatung zum 1. Juli 2022 neue Räume in der Aldringenstraße 4. (mehr …)