[LiSe 01/26] Immer unter Dichtern

Und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste war Michael Krüger auch (von 2013 bis 2019).

Von Katrin Diehl

Dieser Mann hat höchste Verdienste an der Literatur, der deutschen wie der internationalen. Er hat höchste Verdienste am literarischen Deutschland, an München als Kultur- und Literaturstadt, das unter seiner „Ägide“ noch mal so richtig – tja – zum Leuchten kam. Und selbstverständlich hat er auch ganz schön viel fürs deutsche Verlagswesen getan, denn der vergleichende Blick blieb den Kolleg*innen ja nicht erspart. Wie schwer ist es, wirtschaftlich zu bleiben und sich dennoch dem Schönen, Guten, Seltenen, Anspruchsvollen und immer wieder auch der Lyrik … in schmucken Ausgaben zuwenden zu können? (mehr …)

[LiSe 12/25] Blutwurst mit Zimt

Ein literarischer Streifzug durch Essgewohnheiten an Weihnachten

Was gibt es bei Ihnen an Heiligabend zu essen? Fondue mit Filetspitzen und sieben exotischen Saucen, Fünfgängemenü – von Forellenmousse über Gänsebraten bis Creme Bavaroise – oder traditionell Würstel mit Kartoffelsalat? Kein Tag im Jahr ist so mit Bedeutung überladen wie der 24. Dezember. Und damit auch seine Festtafel. Sie gibt dem Tag den äußeren Rahmen für alle Erwartungen und Enttäuschungen und spiegelt die Schicksale der Festgäste. (mehr …)

[LiSe 11/25] Ein Himmel voller Kinderbücher

Von Katrin Diehl

„Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume“, ein Bilderbuch für Jugendliche und junge Erwachsene, ist eine Verneigung vor einer Frau, die allzu lange unbeachtet gewesen ist. Erst seit den 2000er Jahren gibt es, vor allem aus Kreisen der an Kinder- und Jugendliteratur wie deutsch-jüdischer Kulturgeschichte Interessierten, Bemühungen, die sehr besondere, kluge und durchsetzungsstarke Frau nach vorne zu holen. Es wird geforscht und entdeckt, erkannt auch, wie lückenhaft sich ihr Leben noch immer darstellt. Lepman ist mit Auskünften zur eigenen Person, dem eigenen, alles andere als einfachen Leben äußerst zurückhaltend gewesen ist. Es ging ihr um die Sache. (mehr …)

[LiSe 10/25] Bücher für alle: Zwei große Jubiläen belegen die Bedeutung kommunaler Bibliotheken.

Von Michael Berwanger

Städtische Bibliotheken sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil öffentlichen Lebens, die allen Personen einen kostenfreien Zugang zu Bildung gewährleisten. Städte und Kommunen wenden einen nicht unwesentlichen Teil ihres Kulturetats für den Erhalt ihrer Bibliotheken auf. In Zeiten von Sparzwang und Umverteilung öffentlicher Gelder sehen viele mit Sorge in die Zukunft. Rückläufige Nutzerzahlen und sich ändernde Lesegewohnheiten scheinen dabei die staatlichen Sparvorstellungen zu bestärken. (mehr …)

[LiSe 09/25] Hauptsache Schreiben: Neue Schreibwerkstätten und -initiativen bei der „Münchner Schiene“

Von Marie Türcke

Im Sommer begann in München eine neue literarische Veranstaltungsreihe: „IMMER WEITER Schreiben und Veröffentlichen – Lesung, Dialog und PingPong“, eine Idee des Autors und Kabarettisten Thomas Steierer. Ziel der Reihe ist es, die Sichtbarkeit von Autor*innen während des Schreibprozesses zu erhöhen. Auf einer Bühne treffen sich Menschen aus dem Literaturbetrieb, wie Lektor*innen und Literaturkritiker*innen sowie Autor*innen mit Thomas Steierer, der selbst gerade an seinem Roman „Immer Weiter“ (Arbeitstitel) arbeitet. Und natürlich gibt es ein Publikum, das in Fragen und anschließenden Diskussionen eng eingebunden wird. Die Autor*innen lesen aus ihren vollendeten oder unvollendeten Texten, dann erfolgt der Austausch. Die Themen gehen von Schreibblockaden sowie dem Entstehen und Planen der Erzählstränge, über erwartbare Einnahmen, bis hin zu den Schreibprozessen der Autor*innen. (mehr …)

[LiSe 07/25] Eine aparte Erscheinung: Susan Sontag – Die neue Ausstellung im Literaturhaus München

Von Ursula Sautmann

Hier, im Erdgeschoss des Literaturhauses, geht es um eine Intellektuelle mit Ausstrahlung, da lässt der Eingang keine Zweifel zu. Wer „Everything matters“ in der Galerie (direkt neben Kaffee und Kuchen in der Brasserie) betritt, ist sofort gefesselt von der Eigenwilligkeit, mit der diese Frau in die Kamera schaut. Distanziert und doch ganz nah, spröde und sexy zugleich – diese Wirkung ist nicht jeder gegeben. Die Bilder in der Ausstellung, sie sind der Einstieg in eine Welt ohne Grenzen, zumindest thematisch. Da geht es um Literatur und Film, um Museum und Theater, um Essays und Romane, um Krieg und Krankheit, kurz: um Kultur und Gesellschaft. (mehr …)