[LiSe 12/23] Kommt, hört, versteht

Das Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern lädt seit 40 Jahren zu literarischen Veranstaltungen und mehr ein

Von Katrin Diehl

Wie wird jemand, wie wird etwas zu „einer Institution“? Genau bestimmen lässt sich das sicher nicht. Dass dafür Zeit, Beständigkeit, viel Arbeit vor und hinter den Kulissen vonnöten sind, davon lässt sich ausgehen. (mehr …)

[LiSe 12/23] Kolumne „Das ist meine Meinung“

Ein Satz mit einem Hopser

Haben Sie den Satz auch so satt? „Das ist meine Meinung.“ Der Punkt wird nicht mitgesprochen, aber die vier Worte davor werden so betont, dass man den Sprecher oder die Sprecherin aufstampfen sieht am Satzende. Würde mir der Satz nicht so große Übelkeit verursachen, müsste ich schallend lachen, denn vor meinem geistigen Auge wird der Punkt nicht gestampft, sondern gehopst, wie es die Mielke-Schwestern in Loriots „Pappa ante portas“ tun. (mehr …)

[LiSe 12/23] Kurzgeschichte Khushbu

Von Krisha Kops

Entschuldigen Sie bitte, dass ich gerade so abwesend war. Wissen Sie, jedes Mal, wenn es Frühling wird, manchmal auch nur, wenn ich einen Blumenstrauß sehe, muss ich an Khushbu aus unserem Dorf denken. Bereits als Neugeborenes, so sagte man ihr nach, ging von ihr ein Duft aus, der das ganze Krankenhaus benebelte, eine Mischung aus Jasmin, Mango- und Ashokablumen, weißem und blauem Lotus, wie die Pfeile aus dem Köcher des Liebesgottes. Kranke vergaßen ihre Schmerzen, Sterbende den Tod und Ärzte wie Krankenpfleger die Behandlungen. Durch Khushbus Adern floss öliges Parfüm, jeder ihrer Herzschläge ein Destillieren der Düfte, ihr Atem Gott Gan.eśas liebster Hibiskus, ihr Schweiß aus Sandelholz, und wenn sie schlief, ummantelte sie der Geruch von Nachtjasmin. (mehr …)