Der zweite Vortrag des Zyklus wird einer Dichterin gewidmet sein, die ihr ganzes Leben lang zu existieren schien, als stünde sie zwischen den Welten.
Emigration und Rückkehr.
Europa und Sowjetrussland.
Familie, Liebe, Einsamkeit.
Hunger, Fremde, die Unmöglichkeit, sich beinahe irgendwo wirklich „einzufügen“.
Doch diese Begegnung wird nicht nur von der Biografie Marina Zwetajewa handeln und auch nicht vom Versuch, ihre Entscheidungen mit alltäglicher Logik zu erklären. Menschen lieben es ja, Tragödien in praktische Kategorien zu pressen. Als ließe sich existenzieller Abgrund mit vernünftiger Lebensplanung kurieren.
Wir wollen über etwas anderes sprechen: Was geschieht mit einem Menschen, für den das Wort nicht Beruf, sondern Daseinsform wird?
Kann man sich selbst bewahren, wenn nicht nur die Welt um einen herum zerbricht, sondern auch die Verbindung des Menschen zur Wirklichkeit selbst?
Und warum klingt die Poesie Zwetajewas bis heute so, als wäre sie an der äußersten Grenze menschlicher Möglichkeiten geschrieben worden?
Wir sprechen über innere Freiheit und Exil, über Erinnerung und Zeit, über Liebe und Zerstörung.
Und über die Tragödie eines Menschen, der nicht „halb“ leben konnte.
Referentin: Ekaterina Perfilieva, Schriftstellerin und Drehbuchautorin
Eintritt: 7 Euro (nur Barzahlung)
Vortrag in russischer Sprache
Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk mit seiner Bibliothek und Sozialberatung unterstützt seit Jahrzehnten russischsprachige Zuwanderer und Geflüchtete jeder Nationalität und Konfession. Die Tolstoi-Bibliothek bietet neben den fast 60.000 Büchern in russischer Sprache in kulturelles Veranstaltungs- und Kursprogramm. Die Sozialberatung ist eine neutrale Anlaufstelle für alle Zuwanderer, wo niederschwellig und unkompliziert geholfen wird.
