Von Wolfram Hirche

Eine Ehe in Briefen“ zwischen Theodor und Emilie Fontane von 1852 bis 1898 mit klugen Kommentaren könnte manche bröckelnde Beziehung unter dem Weihnachtsbaum retten. Die beiden Briefschreiber, die sich von Kindheit an mochten, finden trotz heftiger Zweifel immer wieder zusammen. Sie reflektieren sowohl Theodors Reiselust als auch seine berufliche Bindungsschwäche. Emilie ist ökonomisch abhängig und in ständiger Sorge um die gemeinsame Existenz und die ihrer vier Kinder. Sie kritisiert „Theo“ immer wieder heftig, weil er Festanstellungen nach kurzer Zeit kündigt. Als ihr „Herzensmann“ in Frankreich 1870 in Kriegsgefangenschaft gerät, steht alles auf der Kippe. Doch gelingt es Theodor, Zeitungsartikel und später erfolgreich Romane zu schreiben, sodass Emilie immer von neuem Hoffnung schöpft. Die Briefe reichen bis zum Todestag des berühmten Autors.

Emilie & Theodor Fontane
Die Zuneigung ist etwas Rätselvolles
Eine Ehe in Briefen
320 Seiten
Aufbau Verlag Berlin, 2018
18 Euro