[LiSe 01/26] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Januar diese Neuerscheinungen

Hayley Gelfuso: Das Buch der verlorenen Stunden
dtv

An einem schicksalhaften Abend ändert sich für Lisavet alles. Um ihr Leben zu retten, versteckt ihr Vater, ein bekannter Uhrmacher, sie in einer Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert, und in der alle menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Nur wenige wissen von diesem Ort, und Zeithüter entscheiden darüber, welche Erinnerungen an die Vergangenheit konserviert oder unwiederbringlich gelöscht werden. Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet, die Erinnerungen, die die Welt vergessen soll, in ihrem eigenen Buch zu sammeln. Bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft. Was folgt, wird nicht nur die beiden, sondern auch den Lauf der Geschichte verändern. (mehr …)

[LiSe 01/26] Rezension: Im wilden Osten

Tiny Strickers Abschluss der Reihe über Hippies in den späten 1960er Jahren.
Von Michael Berwanger

Liest man „hippies“, denkt man automatisch an Blumenkinder in San Francisco, Aussteiger in den neolithischen Wohnhöhlen von Matala oder Sinnsuchende im Ashram. Dass die Aufbruchswelle der Achtundsechziger den gesamten fernöstlichen Raum betraf, wird im neuesten Memoire des Münchner Autors (geboren 1949 in Gundelfingen) deutlich. Angetrieben von einer Nachhallerinnerung während einer sommerlichen Alpenwanderung, schickt Stricker noch einmal sich und zwei Altersgenossen auf eine Reise von Karachi (Pakistan) über Colombo (Sri Lanka) nach Chittagong in Bangladesch. (mehr …)

[LiSe 12/25] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Dezember diese Neuerscheinungen:

Katie Yee: Maggie
park x ullstein

Mit ihrem Mann Sam und ihren zwei Kindern führt die Hauptfigur ein glückliches Leben in Brooklyn – bis Sam  ihr eines Abends in einem Restaurant eröffnet, dass er eine Affäre mit einer Frau namens Maggie hat. In den darauffolgenden Tagen spürt sie immer wieder ein Stechen in ihrer Brust, und die Diagnose bringt Gewissheit: Es ist nicht nur der Liebeskummer, sondern ein Tumor. Während sie durch Strahlentherapie und Scheidungsformalitäten navigiert und irgendwie versucht, mit alldem klarzukommen, beginnt sie, mit ihrem Tumor zu sprechen. Kurz entschlossen gibt sie ihm einen Namen: Maggie. Mit Feingefühl und Komik erzählt Katie Yee, wie man sich sein Leben zurückerobert. (mehr …)

[LiSe 12/25] Empfehlungen der Redaktion

Wie immer zur Weihnachtszeit empfehlen Redaktionsmitglieder der „LiteraturSeiten München“ ihre Lieblingsbücher des Jahres.

Zwischen Ost und West
„Eldest Immigrant Daughter“: Was nach einem stolzen Titel klingt, ist für die Erzählerin Didi eine Bürde. Die älteste Tochter in einer Anfang der 1990er Jahre aus dem slowakischen Bratislava nach Wien ausgewanderten Familie zu sein, heißt vor allem, eine dauerhafte Mehrfachbelastung zu stemmen. Von klein auf jongliert Didi mit mehreren Rollen und Funktionen – der glänzenden Einser-Schülerin und Nachhilfelehrerin für ihren jüngeren Bruder, der Kulturvermittlerin und Dolmetscherin, die die Eltern bei den Behördengängen und Bewerbungsgesprächen begleitet. Niemals darf sie versagen, nie darf sie auffallen – und immer muss sie besser sein als die anderen. Dieser immense Erwartungsdruck entfernt sie zunehmend von ihrem Vater. Mehr als zehn Jahre lang haben sie keinen Kontakt mehr – bis Didi von ihm einen Anruf aus dem Krankenhaus erhält. Kann sich die Tochter dem Vater und seinem „Ostblockherz“ wieder nähern? Finden sie zu einer Sprache der Geborgenheit zurück? Der schmale Roman mit autobiografischen Zügen erzählt schnörkellos und überzeugend von Migration, Identität und Zugehörigkeit.
Slávka Rude-Porubská (mehr …)

[LiSe 11/25] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für November diese Neuerscheinungen:

Jang Ryujin: Bis zum Mond
Kiepenheuer & Witsch

Drei junge Frauen arbeiten für einen der führenden Snack-Hersteller Koreas. Doch nicht nur ihre Jobs sind eher mittelmäßig, auch ihre Wohnungen in der Metropole Seoul sind kaum größer als Schuhkartons. Als schließlich eine der Leidensgenossinnen in Kryptowährung investiert, und das ziemlich erfolgreich, steigen auch die anderen beiden ein. Doch wartet am Ende wirklich das große Geld und die verlockende Aussicht, ihren öden Bürojob verlassen zu können? – Eine Geschichte über soziale Klasse und Reichtum, über Frauenfreundschaften und darüber, was es bedeutet, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen; Bestseller aus Südkorea. (mehr …)

[LiSe 11/25] Rezension: Erinnerung an ihre Großmutter

Jacqueline Kornmüllers Geschichte über eine starke, unbeugsame Frau
Von Stefanie Bürgers

Großmutter Lina steht im himmelblauen Damast-Nachthemd auf dem Balkon ihrer Pension in „Bindestrich“ und beobachtet ergriffen ein UFO, wovon sie ihrer Enkelin berichtet. Die Internatsschülerin Jacqueline hängt sehr an der Großmutter, mit der sie eine Verabredung hat: Jeden Donnerstag wird sie um dieselbe Zeit in einer Telefonzelle angerufen. Im Rudel anderer Schülerinnen nimmt sie gelassen Linas Bericht auf und erklärt, „so ein UFO zeigt sich nicht jedem, Du bist die Einzigartigste, der gastfreundlichste Mensch, den ich kenne.“ (mehr …)